Nebenhöhlenentzündung und Nasenpolypen

Diagnostik

  • HNO-ärztliche Untersuchung
  • Ultraschalluntersuchung der Nasennebenhöhlen
  • Falls sinnvoll Entnahme von Abstrichen und Untersuchung auf Bakterien
  • Allergiediagnostik

Therapie

  • Beratung zur Pflege der Nasenschleimhäute
  • Verordnung von entzündungshemmenden Medikamenten, manchmal Antibiotika sinnvoll
  • Schleimhaut-schonende, minimal-invasive Operationen der betroffenen Nasennebenhöhlen in Vollnarkose
  • Prof. Olzowy ist spezialisiert auf die Therapie bei nicht zufriedenstellendem Ergebnis nach Operation an den Nasennebenhöhlen
  • NEU!! Antikörpertherapie (Dupixent®, Xolair®) bei Wiederauftreten von schweren Nasenpolypen

Wenn sich ein harmloser Schnupfen statt rasch besser zu werden nach ein paar Tagen deutlich verschlechtert, kann dies auf eine akute Entzündung der Nasennebenhöhlen hinweisen. Typisch hierfür sind Schmerzen über Stirn und Wangen, die sich beim Vornüberbeugen verstärken, zusätzlich kann Fieber auftreten, und das Riechvermögen kann eingeschränkt sein.

Noch bis vor wenigen Jahren wurden dann sofort Antibiotika eingesetzt. Inzwischen weiß man aus vielen wissenschaftlichen Untersuchungen, dass dies in den meisten Fällen unnötig ist. Während man früher glaubte, die Nasennebenhöhlen seien im gesunden Zustand keimfrei, weiß man heute – ähnlich wie dies für den Darm schon länger bekannt ist -, dass immer viele verschiedene Arten von Bakterien auf der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen leben. Und Antibiotika töten auch „gute“ Bakterien ab, sodass zwar die akute Entzündung etwas schneller abheilt, aber möglicherweise weitere Probleme dadurch begünstigt werden. Prof. Olzowy hat zu diesem Thema selbst eine der ersten umfassenden wissenschaftlichen Arbeiten in Deutschland durchgeführt. Die Publikation erfolgte im April 2018 bei dem renommierten Journal "Frontiers in Microbiology" (impact factor 4,067).

Sehr viel effektiver als jedes Antibiotikum wirkt cortisonhaltiges Nasenspray. Es schwillt sehr effektiv die entzündlich geschwollene Schleimhaut im Bereich der Engstellen an der Verbindung der Nebenhöhlen in die Nasenhöhle ab, sodass das gestaute Nasensekret ablaufen kann. Wenn die Nase sehr stark zugeschwollen ist, kann zuerst ein abschwellendes Nasenspray helfen, dass das Cortisonspray seinen Wirkort erreichen kann. Zusätzlich können verschiedene pflanzliche Arzneimittel helfen, dass Sekret zu verflüssigen und die Entzündung zu lindern. Nur wenn dies nach einigen Tagen nicht zu einer Besserung führt, oder bei besonders schweren Erkrankungen mit sehr starken Schmerzen, hohem Fieber oder Anschwellen der Augen sollte ein Antibiotikum eingesetzt werden.

Wer sich ständig verschnupft fühlt, ohne richtig krank zu sein, der leidet am ehesten unter einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen. Eine verstopfte Nase, andauerndes Naselaufen nach hinten in den Rachen mit dem Gefühl, sich räuspern zu müssen, verminderter Geruchssinn und Druckgefühl über Wangen und Stirn sind die typischen Symptome, unter denen 10 – 15% aller Erwachsenen mehr oder weniger leiden. Damit ist die chronische Rhinosinusitis eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt. Auch wenn die Beschwerden vielleicht erträglich sind, ist eine Behandlung sinnvoll, denn sonst entwickeln sich bei vielen Patienten durch den ständigen Schleimfluss Probleme mit den Bronchien und der Lunge, wie z.B. Asthma oder eine chronische Bronchitis. Dies ist besonders häufig der Fall bei Patienten mit Nasenpolypen.

Die Behandlung der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung besteht in einer Kombination aus 1-2 x tgl. Nasendusche mit Salzlösung und 1xtgl. cortisonhaltigem Nasenspray über mehrere Monate, u.U. sogar langfristig. Wenn sich die Beschwerden damit nicht gut kontrollieren lassen, sollte eine Schichtbildaufnahme (Computertomographie, CT) angefertigt werden und über eine Operation nachgedacht werden. Das Ziel einer Operation ist in der Regel, Polypen, entzündlich geschwollene Schleimhaut und gestautes Sekret einmal zu entfernen und die Engstellen am Zugang zu den Nasennebenhöhlen so zu erweitern, dass Nasendusche und Cortisonspray danach alle Bereiche der Nebenhöhlenschleimhaut erreichen können, um so den entzündungsarmen Zustand stabil halten zu können. Ein großer Teil der Patienten wird darauf aber auch nach einer Operation weiter angewiesen sein.

Insbesondere Nasennebenhöhlenoperationen können wir Ihnen auf einem außergewöhnlich hohen Niveau anbieten. Prof. Olzowy hat sich während seiner Tätigkeit an Kliniken über viele Jahre schwerpunktmäßig mit endoskopischer Nasennebenhöhlenchirurgie beschäftigt. In seiner Position als Funktionsoberarzt am Klinikum Großhadern und später als geschäftsführender Oberarzt an der Universitätsmedizin Rostock leitete er eine Spezialsprechstunde für Nasennebenhöhlenerkrankungen, wirkt seit vielen Jahren als Referent beim Nasennebenhöhlen-Operationskurs am Klinikum Großhadern mit und hält Vorträge über das Thema.

Für Patienten, die auch nach einer Operation (oft auch nach mehreren) wieder Nasenpolypen ausbilden und die trotz konsequenter Verwendung von Cortison-Nasenspray schwer darunter leiden gibt es seit Herbst 2019 neue Hoffnung. Mit einer Antikörpertherapie (Dupilumab = Dupixent® oder Omalizumab = Xolair®) kann der Mehrzahl dieser Patienten effektiv geholfen werden. Die Medikamente müssen alle 2 Wochen - in der Regel durch die Patienten selbst - unter die Haut gespritzt werden. Sie werden meist gut vertragen, müssen aber langfristig verwendet werden. Wir haben als eine der ersten Praxen in Deutschland unseren Patienten diese moderne Therapie angeboten. Wir und unsere Patienten waren den meisten Fällen von der Wirkung regelrecht begeistert!

© Prof. Dr. Bernhard Olzowy, Februar 2021

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